Oft gebrachte Einwände, dass Jesus nicht Gott sei

In  Matthäus 27, 46 sagt Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Da Jesus so sprach, könne Er nicht Gott sein, meinen Irrlehrer. Warum sprach Jesus so? Zu diesem Zeitpunkt trug Jesus alleine die Sünden der Welt.  Diese Sünden trennte die Gemeinschaft mit dem Vater, so dass Er ihn nicht mehr mit „Vater“ ansprach, sondern mit „Mein Gott“. Da die Sünde durch einen Menschen in die Welt kam, musste sie auch wieder durch einen Menschen getilgt werden. Demnach hat Jesus in diesem Moment nicht als Gottheit, sondern als Mensch gelitten. In der Hoffnung-für-alle-Übersetzung lesen wir bei Röm 5, 18: „Also: Wie nun durch die Übertretung des einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt.“. Matthäus 27, 46 stellt also lediglich den Augenblick dar, wo Jesus als Mensch – nicht als Gottheit! – am Kreuz hing. Dieser Vers ist demnach eine „Momentaufnahme“, aus welchem man nicht die Lehre aufbauen kann, dass Jesus nicht generell Gott war. Eine weitere Erklärung hierzu können Sie bei Bertha Dudde hier nachlesen.

Es gibt auch die Vorstellung, dass Jesus der „Erzengel Michael“ sei, also nicht der Sohn Gottes. In Hebräer 1, 6 steht: „Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen“. Geht man fälschlicherweise davon aus, dass Jesus der „Erzengel Michael“ sei, läge die Konsequenz in der zitierten Bibelstelle darin, dass Engel einen Engel anbeten. Ferner hat Gott nie einen Engel als Seinen Sohn bezeichnet (Hebr 1, 5).

Jesus: „Amen, ich versichere euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun; er kann nur tun, was er den Vater tun sieht.“ (Apg 5, 19).

Hier sagen gerne christliche Sondergemeinschaften, dass dies ein Hinweis darauf wäre, dass der Sohn nicht allmächtig wäre, da Jesus ja zugibt, nichts aus sich selbst tun zu können. Ist es wirklich so? Niemand kann sagen, dass er nichts tun könnte. Wir können sehr viel aus uns heraustun: Wir können Gott ungehorsam sein, von ihm weggehen, wir können ihn verleugnen, wir können selbstsüchtig sein. Jesus Christus konnte das alles allerdings nicht. Jesus war so sehr dem Willen des Vaters hingegeben, Er war so sehr moralisch Vollkommen, dass Er überhaupt nichts anderes von dem tun konnte, was Ihm der Vater aufgetragen hatte. Daher geht dieser Vers auch weiter: „Was der Vater tut, genau das tut auch der Sohn.“ Diese Stelle ist eine starke Aussage, dass Jesus mit dem Vater völlig gleich ist, da Jesus nur das tut, was der Vater tut.

Auch folgender Vers wird gerne als „unwiderlegbarer“ Beweis geführt, dass Jesus nicht Gott sei. Jesus sagt in Joh 14, 28, dass der Vater größer als Er wäre: „Ihr habt gehört, wie ich zu euch sagte: ‚Ich verlasse euch und werde wieder zu euch kommen.‘ Wenn ihr mich wirklich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn er ist größer als ich.“ Als Jesus hier auf Erden war, war Er den Menschen ausgeliefert, während der Vater sich im Himmel befand, dem kein Mensch was anhaben konnte. Der Vers sagt also aus, dass der Vater größer ist in Bezug auf die Stellung, aber nicht, dass Er größer ist in Bezug auf die Person. Nach der Rückkehr von Jesus in den Himmel, war der Vater nicht mehr größer als der Sohn.

Ferner wird folgender Vers missgedeutet, dass Jesus nicht Gott sei: „Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der erstgeborene Sohn des Vaters, aller Schöpfung“ (Kor. 1, 15). Hier wird Jesus als der „Erstgeborene“ bezeichnet und so behaupten man, Er sei ein Geschöpf. Das Wort „Erstgeborener“ wird in der Bibel unterschiedlich gebraucht. Erst mal steht es dafür, dass der „Erstgeborene“ derjenige ist, der als erster das Licht dieser Welt erblickte. Der Begriff „Erstgeborener“ wird in der Bibel auch anders verwand, und zwar in dem Sinne, dass eine „Vorrangstellung“ ausgedrückt werden soll. Im Psalm 89, 28 sagt der Herr über David: „Ich mache ihn zu meinem Erstgeborenen, zum höchsten unter den Königen der Erde.“ Zeitlich gesehen war David das 8. Kind der Familie Isais, also nicht der „Erstgeborene“ im zeitlichen Sinne. Er wurde von Gott zum „Erstgeborenen“ gemacht und Gott sagt uns auch, was Er damit meint: David soll höher sein als alle Könige der Erde. Im gleichen Sinne wird Jesus als der „Erstgeborner“ aller Schöpfung genannt. Nicht, weil Er als „erster“ das Licht der Welt erblickte, sondern weil Seine Stellung über alle anderen steht. Zwei Verse weiter wird das im Kor 1, 17 bestätigt: „Er steht über allem, und alles besteht durch ihn.“ Der „Erstgeborene“ ist also in diesem Sinne der, der die höchste Stellung inne hat.

(Quelle: http://das-lebendige-wort.de/Bibel/jesus_ist_gott/jesus_ist_gott.htm, Author: Frank Müller, Zugriff: 3.11.2013 17:12)