Das Gewissen, was ist das eigentlich?

Jeder weiß von “Natur“ aus, dass es gewisse Handlungen und Dinge gibt, die man als Mensch nicht tun sollte. Zu solchen falschen Handlungen zählen beispielsweise Töten, Stehlen, Lügen, Fremdgehen usw.

Wieso weiß der Mensch dass es falsch ist, obwohl er die Bibel nie gelesen hat?

Diese Frage beantwortet auch die Bibel selbst.

Röm 2,11-16 

„Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person;
12 alle nämlich, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden
13 — denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden.
14 Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz,
15 da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen —
16 an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium.“

In diesen Versen wird deutlich gemacht, dass nicht das Ansehen also der Ruf oder der Name eines Menschen für Gott von Relevanz ist, sondern die Handlungen nach dem Gesetz. Dies können auch Menschen sein, die das Gesetz Gottes (die Bibel) nicht kennen, jedoch von Natur aus sich an das Gesetz halten. Das Gesetz Gottes ist auf den Herzen der Menschen geschrieben, ganz egal ob Christen oder Ungläubige (als Heiden in der Bibel bezeichnet) sind.

Menschen die die Gesetze Gottes kennen und die Bibel lesen, Sonntags oder Samstags in die Kirche gehen und ein Kreuz oder ein Fisch tragen und dennoch nicht nach dem Gesetz Gottes leben, werden genauso verurteilt wie die Menschen die Gottes Gesetze nicht kennen.

Unser Gewissen ist somit auch in irgendeiner Art Gottes Stimme, die uns vor bestimmten falschen Handlungen warnt. Wenn man zum Beispiel jemanden belügt, fühlt man sich im gleichen Augenblick komisch und innerlich eher negativ. In diesem Moment sagt dein Gewissen zu dir, dass du lügst auch wenn du das dann vielleicht ignorierst bleibt deine Schuld bestehen und jedes Mal wenn du diesen Menschen siehst, wirst du von deinem Gewissen (Gottes Stimme) verurteilt werden. Den Menschen den du angelogen hast, wird für dich wie ein Symbol der Anklage, der dir immer wieder sagt du hast mich angelogen. Er spricht es zwar nicht aus, weil er vielleicht nicht weiß dass du ihn angelogen hast, jedoch wirst du durch dein eigenes Gewissen immer wieder verurteilt.

Gewissen bereinigen

Es gibt jedoch auch einen Weg diese innere Verurteilung loszuwerden, indem du demjenigen beichtest, dass du ihn angelogen hast. Damit hast du die Wahrheit gesagt und deine Schuld ist wie ausgelöscht. Gleichzeitig triffst du vielleicht auch die Entscheidung nie wieder zu lügen, weil es dich sonst so quält.

Was sagt die Bibel?

Genau dies wird auch von Jesus verkündet. Wenn ein Mensch weiß, dass er gesündigt hat und es von ganzen Herzen bereut und sich an Gott wendet damit, wird ihm seine Schuld vergeben. Jedoch passieren auch hier gleich zwei Dinge die man unbewusst ausspricht. Wenn man um Vergebung bittet, will man von einer Schuld befreit werden. Ist man von dieser Schuld befreit, würde man sich in dieser Art und Weise nicht wieder verhalten, wenn man sich von ganzen Herzen entschuldigt hat. Es gibt nämlich Menschen die machen immer wieder die gleichen Fehler und wenn man aus seinen Fehlern nicht lernen will, ist auch die Reue die man beteuert eine Lüge, da man es nicht ernst meint. Zu bereuen bedeutet, Dinge nicht wieder zu tun. Echte Reue bietet keinen Raum für wiederkehrende Sünde.

Hier ein Beispiel aus der Bibel:

Es gab einen Menschen der 38 Jahre lang krank war und nicht gehen konnte. Jesus sah diesen Menschen eines Tages und fragte ihn, ob er gesund werden wolle. Er war an einem Ort an dem viele Kranke Menschen waren, die in einen Teich in Jerusalem namens Bethesda hineingingen, um durch ein Wunder geheilt zu werden.

Joh 5,1

„1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat.
3 In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.
4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.
5 Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte.
6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit [in diesem Zustand] war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab.
8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte1 und geh umher!
9 Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher. Es war aber Sabbat an jenem Tag
10 Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat; es ist dir nicht erlaubt, die Liegematte zu tragen!
11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher
12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher?
13 Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war.
14 Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt!“

Jesus heilt diesen Menschen und warnte ihn auch gleichzeitig danach. Er sagte ihm, dass er jetzt gesund ist, wenn er jedoch wieder sündigt es ihm sogar schlimmer ergehen wird als vorher.

Das Gewissen verurteilt

Menschen können unterschiedliche Arten von Gewissen haben. Bei dem einen ist sein Gewissen schwach, der schnell sein Glaube verliert und beim anderen stark. Dazu zwei Beispiele aus der Bibel:

Hi 27,6 „Ich halte an meiner Gerechtigkeit fest und werde sie nicht loslassen; mein Gewissen straft mich über keinen meiner Tage!“

Hiob wusste ganz genau, dass er nichts Unrechtes getan hatte und darum auch genau wusste, dass sein Gewissen ihn nicht verurteilt. Wer genau weiß, dass er unschuldig ist, der hat auch keine Angst vor einer Verurteilung. Ist man jedoch schuldig und verbirgt es vor allen Menschen, wird man vom seinem eigenen Gewissen verurteilt und gequält werden.

Römer 9,1 „Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist,…“

Auch Paulus wusste, dass er die Wahrheit sagt und nichts Unrechtes tut und darum auch ein reines Gewissen hatte.

Eine andere Stelle in der Bibel zeigt ein Beispiel für schwache Gewissen.

1Korinther 8,7 „Aber nicht alle haben die Erkenntnis, sondern etliche machen sich ein Gewissen wegen des Götzen und essen [das Fleisch] noch immer als Götzenopferfleisch, und so wird ihr Gewissen befleckt, weil es schwach ist.“

Hier wird verdeutlicht, dass es zwar Menschen gab die Jesus bereits gekannt haben und auch geglaubt haben was er sagte, jedoch einige Bräuche wie das Essen von Götzenopferfleisch, immer praktiziert haben, wodurch sie dann wieder von in Ungnade verfallen sind. Sie haben ihr Gewissen verdreckt.

1Korinther 8,10 „Denn wenn jemand dich, der du die Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, weil es schwach ist, dazu ermutigt werden, Götzenopferfleisch zu essen?“

Hier ist das Wort an die Gläubigen gerichtet, dass denen sagt, dass wenn sie mit im Tempel der Götzendiener am Tisch sitzen und ein andere Gläubige der ganz frisch im Glauben ist, dass sieht sich davon ermutigt fühlt dies auch zu tun. Nach dem Motto: „Ach wenn dieser Bruder, der so stark im Glauben ist das macht, ist es doch ok wenn ich das auch mache.“ In diesem Moment ist man auch ein Anstoß für andere und gibt mit gewissen Handlungen falsche Signale an andere weiter, obwohl wir das vielleicht gar nicht wollen.

Fazit:

Das Gewissen ist eine Art verurteilende innere Stimme. Jede Sünde die man begeht oder davor ist sie zu begehen wird von unseren Gewissen verurteilt und bestraft. Das kann auch sehr quälend werden, da diese Verurteilung nicht einfach aufhört. Es ist darum wichtig, auch auf das Gewissen zu hören und es nicht einfach zu ignorieren. Auch wenn man die Bibel nicht kennt wissen wir, dass das Gottes Gesetze auf unsere Herzen geschrieben sind und das kann man nicht einfach abschalten. Wenn du was unrechtes Getan hast, kannst du es auch wieder gut machen, indem du es Gott sagst und um Verzeihung dafür bittest. Jedoch sollte man dann in Zukunft nicht wieder sündigen.