Bibel Fragen

Inhaltsverzeichnis

Geben die Evangelien nicht widersprüchliche Berichte über den Zeitpunkt von Christi Kreuzigung?

Einer der sogenannten Widersprüche, mit denen wir konfrontiert werden, betrifft den Widerspruch zwischen den Evangelien des Markus und des Johannes hinsichtlich des Zeitpunkts der Kreuzigung Jesu. Markus 15,25 stellt fest: »Es war um die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten«, während wir in Johannes 19,14 lesen: »Es war am Rüsttag des Passahfestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Das ist euer König!«

Dies stellt in der Tat eine Schwierigkeit dar, da Jesus laut Markus zur dritten Stunde nach jüdischer Zeitrechnung gekreuzigt wurde, das entspricht neun Uhr morgens, während Johannes ihn um die sechste Stunde, oder Mittag, vor Pilatus stehen läßt. Viele sagen, dieser Widerspruch sei unmöglich zu beheben, während andere behaupten, der Unterschied zwischen beiden sei das Ergebnis eines frühen Abschreibfehlers. Keine dieser beiden Ansichten ist einleuchtend oder annehmbar. Es gibt zwei mögliche Lösungen, die ausreichendes Gewicht für sich haben. Eine Lösung beruht auf dem Wort »ungefähr« in der Zeitaussage des Johannes. Er sagt, daß es nicht genau die sechste Stunde war, sondern ungefähr diese Zeit. Außerdem zwingt uns der Bericht des Markus nicht zu glauben, es sei genau neun Uhr vormittags gewesen, als Jesus ans Kreuz geschlagen wurde. Dies wird deutlich, wenn man die Art versteht, in der das Neue Testament die Zeit berechnet.

Die Nacht war in vier Wachen zu je drei Stunden eingeteilt (vgl. Mark. 13,35), und der Tag war auf ähnliche Weise in Perioden unterteilt. Angesichts dieser Tatsache können wir uns vorstellen, daß die Aussage des Markus über die ›dritte Stunde‹ einfach bedeutete, daß Jesus irgendwann während der dritten Stunde (zwischen neun Uhr und Mittag) gekreuzigt wurde, während die Aussage des Johannes, der Prozeß habe ungefähr mittags geendet, vor Mittag bedeuten kann. Wenn also die Kreuzigung zwischen neun Uhr und Mittag stattfand, könnte Markus sie der früheren Periode (9 Uhr) und Johannes der späteren Periode (Mittag) zugewiesen haben, ohne daß es einen Widerspruch gibt. »Wenn die Kreuzigung in der Mitte zwischen neun und zwölf Uhr stattfand, dann war es ganz natürlich, daß der eine Beobachter sie der früheren, der andere der späteren Stunde zuschrieb. Der Stand der Sonne am Himmel war der Zeitanzeiger der damaligen Zeit; so war es zwar leicht festzustellen, ob es vor oder nach Mittag war oder ob die Sonne vor oder nach der Mitte zwischen Zenit und Horizont stand, feinere Zeitunterschiede konnten aber nicht ohne Hilfe einer Sonnenuhr festgestellt werden, die aber nicht überall zur Hand war« (The Expositor’s Greek New Testament, Kommentar zu Joh. 19,14).

Eine weitere Möglichkeit ist, daß Johannes eine andere Methode der Zeitrechnung verwendet als Markus. Wir wissen durch Plutarch, Plinius, Aulus Gellius und Macrobius mit Sicherheit, daß die Römer den zivilen Tag von Mitternacht bis Mitternacht rechneten, genau wie wir heute. So wäre die »sechste Stunde« des Johannes sechs Uhr am Morgen. Damit wäre sechs Uhr morgens die Zeit des letzten Verhöres Jesu und seiner Verurteilung, womit ausreichend Zeit für die Ereignisse bis zur Kreuzigung bleiben, die nach Markus um neun Uhr morgens oder später stattfand. Es gibt gute Beweise dafür, daß Johannes diese Art der Zeitrechnung verwendet hat. In der Schrift ist es nicht ungewöhnlich, daß verschiedene Autoren unterschiedliche Methoden der Zeitmessung und der Zeitrechnung benutzen. Im Alten Testament geben die Verfasser ihre wichtigen Daten oft nach dem Kalendersystem des Landes an, in dem sie zur Zeit leben. Zum Beispiel war in Jeremia 25,1 und 46,2 nach palästinischer Rechnung und in Daniel 1,1 nach babylonischer Rechnung dasselbe Jahr. Ein Beispiel aus dem Neuen Testament bietet Johannes 20,19. Der Abend des Tages, an dem Jesus von den Toten auferstand, wird als Teil desselben Tages betrachtet. Offensichtlich rechnet Johannes nicht nach jüdischer Zeit. Nach jüdischer Zeitrechnung wäre der fragliche Abend Teil des Montags – für die Juden der erste Tag der Woche, da der jüdische Tag mit Sonnenuntergang begann. Dieser mögliche Faktor zeigt, zusammen mit dem vorher Erwähnten, daß es durchaus nicht unmöglich ist, die Schwierigkeit dieser beiden Abschnitte zu lösen, und daß es für diese Schwierigkeit eine vernünftige Erklärung gibt.

Wie würden Sie die Abweichung erklären, daß Judas sich in Matthäus 27,5 erhängte, während er in Apostelgeschichte 1,18 vornüber zu Boden fiel und sein Leib auseinanderbrach?

Diese Frage nach der Todesart des Judas gehört zu jenen, mit denen wir auf unseren Reisen immer wieder konfrontiert werden. Viele Leute verweisen auf den scheinbaren Widerspruch in beiden Berichten als offensichtlichen, unvereinbaren Irrtum. Manche sind sogar so weit gegangen zu sagen, die Vorstellung von einer unfehlbaren Bibel werde durch diese widersprüchlichen Berichte zerstört. Das ist jedoch keineswegs der Fall. Matthäus erzählt, daß Judas sich erhängte und Petrus sagt uns, daß er stürzte und durch den Aufprall zerschmettert wurde. Diese beiden Aussagen sind in der Tat unterschiedlich, aber müssen sie einander unbedingt widersprechen? Matthäus sagt nicht, daß Judas nicht stürzte; noch sagt Petrus, daß Judas sich nicht erhängte. Es geht nicht darum, daß eine Person etwas als schwarz bezeichnet und eine andere als weiß. Beide Berichte können wahr sein und einander ergänzen.

Eine mögliche Rekonstruktion wäre: Judas erhängte sich an einem Baum, am Rande eines Abgrundes über dem Tal Hinnom. Nachdem er dort einige Zeit gehangen hatte, brach der Ast oder das Seil gab nach und Judas stürzte den Abhang hinunter, wobei sein Körper verstümmelt wurde. Der Sturz könnte vor oder nach seinem Tod stattgefunden haben, da beides zu dieser Erklärung paßt. Diese Möglichkeit ist ganz natürlich, wenn man das Terrain des Tals von Hinnom betrachtet. Vom Talboden aus sieht man felsige Terrassen, die siebeneinhalb bis zwölf Meter hoch sind und fast senkrecht abfallen.

Es gibt immer noch Bäume, die an den Felsrändern wachsen und felsübersäten Grund. Es ist daher leicht, sich vorzustellen, daß Judas bei seinem Sturz gegen einen der gezackten Felsen schlug, der seinen Körper aufriß. Es ist wichtig zu bedenken, daß nicht gesagt wird, wie lange Judas am Baum hängen blieb oder wie weit die Verwesung seines Körpers fortgeschritten war, bevor er stürzte. Louis Gaussen erzählt die Geschichte von einem Mann, der entschlossen war, sich zu töten. Dieser Mann stellte sich auf das Sims eines hochgelegenen Fensters und richtete eine Pistole auf seinen Kopf. Dann drückte er auf den Abzug und sprang gleichzeitig aus dem Fenster. Einerseits könnte man sagen, daß dieser Mann sich das Leben nahm, indem er sich erschoß, während ein anderer mit Recht sagen könnte, daß er Selbstmord beging, indem er aus einem hohen Gebäude sprang. In diesem Fall ist beides wahr, wie auch die beiden Berichte des Matthäus und des Petrus über den Tod des Judas wahr sind. Es handelt sich einfach um unterschiedliche Perspektiven desselben Ereignisses.

Woher bekam Kain seine Frau?

Eine der von Christen wie von Nichtchristen am häufigsten gestellten Fragen ist die, woher Kains Frau kam. Diese Frage schließt eine größere ein: Welche Bevölkerung existierte zu der Zeit, als Kain seine Stadt baute, und was ist mit Inzest?

Dem 1. Buch Mose zufolge ermordete Kain an irgendeinem Punkt seines Lebens seinen jüngeren Bruder Abel (1. Mose 4,8). Als Strafe für dieses Verbrechen verbannte Gott Kain aus seiner Heimat und aus der Gegenwart des Herrn. Die Bibel berichtet auch von Kains Furcht, andere könnten Abel rächen, indem sie ihn töteten (1. Mose 4,14), daß Kain irgendwann eine Frau bekam (1. Mose 4,17) und daß er eine Stadt baute (1. Mose 4,17). Eine Theorie, die aufgestellt worden ist, um das Vorhandensein einer ausreichend großen Anzahl von Menschen zu erklären, steht in unmittelbarem Widerspruch zur Schrift und postuliert eine ›präadamitische‹ Rasse, die in der Nachbarschaft des Gartens Eden lebte und aus der Kain eine Frau nehmen konnte. Das ist jedoch keine haltbare Lösung, da die Schrift eindeutig lehrt, daß Adam der erste Mann war (1.Kor. 15,45) und seine Frau, Eva, die ›Mutter aller Lebenden‹ (1. Mose 3,20).

  1. Mose 5,4 sagt uns, daß Adam Söhne und Töchter hatte. Zuerst mußten die Söhne und Töchter von Adam und Eva einander heiraten, um die Erde zu bevölkern. Kain heiratete wahrscheinlich seine Schwester oder Nichte oder Großnichte. Setzt man die Genauigkeit des Berichts im 1. Buch Mose voraus und betrachtet die Länge der genannten Lebensdauer (rund 900 Jahre im Durchschnitt), so konnte sich sehr schnell eine beträchtliche Bevölkerung entwickelt haben. Nach konservativen Vermutungen über die Familiengröße und das Durchschnittsalter, könnten zur Zeit von Kains Tod mehrere Millionen Menschen gelebt haben. Außerdem sagt die Schrift nirgends, zu welchen Zeitpunkten in seinem Leben Kain seinen Bruder ermordete, seine Frau heiratete oder seine Stadt baute. Bevor diese Ereignisse stattfanden, mögen sogar mehrere hundert Jahre vergangen sein, so daß eine ansehnliche Bevölkerung vorhanden war, um eine Stadt zu errichten. All dies wirft die zusätzliche Frage nach dem Inzest auf. Wenn nach dem mosaischen Gesetz Inzest durch die Schrift verboten wird, wie sollen wir dann all diese Heiraten unter Geschwistern erklären? Da Adam und Eva unmittelbar von Gott und vollkommen erschaffen wurden, kann angenommen werden, daß ihre Gene vollkommen waren. Als durch den Sündenfall die Sünde in die Welt kam und somit Tod, Krankheit und Zerstörung mit sich brachte, wurde der Genpool nach und nach verdorben. Zuerst entstand durch die Heirat zwischen Brüdern und Schwestern kein Schaden, und wäre die Sünde nicht in die Welt gekommen, wäre wahrscheinlich niemals ein Schaden entstanden. Als jedoch die Generationen vergingen, forderten Krankheit, Umgebung und Sünde ihren Zoll vom Genpool, was mutierte und unvollkommene Gene verursachte. Inzest war zu Moses Lebzeiten von einem biologischen Standpunkt aus verboten, weil er nun gefährlich war und mißgestalteten, schwachsinnigen oder auf andere Weise unvollkommenen Nachwuchs hervorrief.

Darüber hinaus gibt es zusätzlich zu dem biologischen Problem, das durch Inzest entsteht, auch ein ethisches. Gott verbot den Inzest aus moralischen Gründen, und das ist kritischer als der biologische Aspekt (3. Mose 20,11ff.). Inzest spaltet die soziale und moralische Struktur der Familie. Die Familie ist die einzige gottgewollte Institution der Welt neben der Kirche. Es ist schwer zu vermuten, was bei der ursprünglichen Entstehung der Familie zur Zeit Kains mit den Wechselheiraten geschah. So können wir nicht sicher sein, in welchem Ausmaß Inzest vorkam. Ein Ding ist sicher: Nachdem die gottgewollte Familienstruktur stabilisiert war, war Inzest Sünde.

Enthält die Bibel nicht Aussagen, die im Widerspruch zur Wissenschaft stehen?

Nichtgläubige behaupten oft, die Wissenschaft habe gezeigt, daß die Bibel überholt sei. Moderne Entdeckungen haben, so argumentiert man, das biblische Weltbild lächerlich gemacht. Diese Behauptung geht von mehreren falschen Voraussetzungen aus und ignoriert die Perspektive der Bibel.

Wissenschaft und Evolutionstheorie contra Bibel

Die Bibel ist kein wissenschaftliches Lehrbuch. Ihr Ziel ist es nicht, in technischen Ausdrücken technische Daten der natürlichen Welt zu erklären, sondern Gottes Plan und seine Beziehung zum Menschen zu erklären, geistliche Dinge zu behandeln. Es ist eindeutig kein technisches Lehrbuch für Naturwissenschaftler. Die Beschreibungen, die die Bibel von der Natur gibt, sind weder wissenschaftlich, noch unwissenschaftlich, sondern in Worten ausgedrückt, die oft untechnisch und allgemein gehalten sind, so daß auch der einfachste Leser dem Gedanken folgen kann. Das besagt aber nicht, daß die Aussagen unkorrekt sind; es bedeutet, daß sie vom Standpunkt und in der Sprache eines untechnischen Beobachters für alle Leser geschrieben wurden. Obwohl die Bibel zu einer Zeit geschrieben wurde, als viele phantasievolle Vorstellungen von der Welt vorherrschten, zeigt sie sich einzigartig in ihrer Sicht von Schöpfung, Natur und Gott. Der große polytheistische Schöpfungsbericht der Babylonier steht in krassem Gegensatz zu dem erhabenen Bericht, der sich im 1. Buch Mose findet (vgl. die Ähnlichkeiten und doch auffallenden Unterschiede, die die Überlegenheit der biblischen Erzählung beweisen, in Archaeology and the Old Testament, Merrill F. Unger, Grand Rapids, Zondervan, 1954, S. 2638). Der vorherrschende Glaube der Völker des Altertums war polytheistisch, ein Glaube, der dem Monotheismus der Bibel, dem einzigen Monotheismus der alten Zeit, diametral entgegensteht. Die Bibel kann nicht angemessen erklärt werden, einfach als Produkt ihrer eigenen Umgebung. Die Aussagen der Bibel, die wissenschaftliche Gegenstände betreffen, stehen auf einem anderen Niveau als die übrige Literatur ihrer Zeit.

Die Bibel hegt keine phantasievollen Vorstellungen von der Wissenschaft und der natürlichen Welt, während selbst die gelehrten griechischen Philosophen lächerliche Anschauungen von Licht, Schöpfung und Astronomie hatten. Die Veden, die heiligen Schriften der Inder, lehren, daß »der Mond ungefähr 250.000 Kilometer höher ist als die Sonne und daß er mit seinem eigenen Licht scheint, daß die Erde flach und dreieckig ist und daß Erdbeben durch Elefanten verursacht werden, die sich unter ihr schütteln!« Der erste, der den Gedanken äußerte, die Erde sei flach, war Ptolemäus. Wir lesen Aussagen wie diese und lachen, aber in der Bibel gibt es keine Aussagen, die ähnlich absurd sind. Wissenschaft und Bibel schließen einander nicht aus. Sie betrachten die Welt einfach von verschiedenen Blickpunkten aus, aber sie stehen letztlich nicht im Widerspruch. Es ergibt einen Sinn zu glauben, daß, wenn derselbe Gott die natürliche Ordnung schuf und auch mit den Menschen durch die Bibel in Verbindung trat, daß er, soweit es ihm möglich ist, dafür sorgen wird, daß diese beiden Zeugnisse seiner selbst seine Sache erhöhen und sich nicht verwirren und in Mißkredit bringen. Eine interessante Feststellung ist, daß der eigentliche Beginn der modernen Wissenschaft auf der Wahrheit der Bibel beruht. Die Tatsache, daß es einen Gott gibt, der ein geordnetes Universum schuf und entwarf, veranlaßte Männer wie Newton, nach bestimmten wissenschaftlichen Gesetzen zu suchen, um diese Ordnung zu erklären. So muß die Wissenschaft, statt die Grundlagen der biblischen Autorität anzugreifen, ihre Wurzeln dort suchen.

Können archäologische Zeugnisse die Bibel bestätigen? Wie verhalten sich archäologische Entdeckungen zu den Ereignissen der Schrift?

Archäologie nennt man die Erforschung der unvergänglichen Hinterlassenschaften, des Schutts, den der Mensch zurückgelassen und der den Zahn der Zeit überstanden hat. Das ursprüngliche Motiv dafür, alte Zivilisationen auszugraben, war die Suche nach verborgenen Schätzen. Heute jedoch werden die modernsten wissenschaftlichen Methoden angewandt, um die Überreste der Vergangenheit aufzudecken und zu untersuchen, um so ein besseres Verständnis antiker Völker und ihrer Bräuche zu gewinnen. Der Nahe Osten, vor allem auch das Gebiet Palästinas, ist wegen seiner langen Geschichte Schauplatz zahlreicher Ausgrabungen. Es ist wichtig festzuhalten, daß Archäologie ohne Geschichte sinnlos ist. Was die Archäologie uns bieten kann, ist eine Abfolge kultureller Entwicklungen, aber keine exakte Chronologie.

Die Geschichte bringt uns die Chronologie, Ereignisse, Menschen und Orte. In den letzten 100 Jahren hat die Archäologie einige der historischen Geschehnisse, die in der Bibel enthalten sind, bestätigen können. Dazu gehört der Beweis, daß es einen Herrscher Belsazar gegeben hat; auch die Hethiter haben nicht nur existiert, sondern sie besaßen auch ein großes Reich; auch König Sargon hat regiert und die Stellen in der Apostelgeschichte, die die Geschichte berühren, sind nachweisbar richtig. So weit haben die Funde der Archäologie die historischen Punkte des biblischen Berichts bestätigt und in keinem Fall in Zweifel gezogen.

Während die Archäologie aber die Geschichte belegen und Licht auf verschiedene Passagen der Bibel werfen kann, geht es doch über ihre Möglichkeiten hinaus zu beweisen, daß die Bibel das Wort Gottes ist. Gegenwärtig gewinnt die archäologische Wissenschaft an Bedeutung. Die ihr verfügbaren Daten sind noch begrenzt, aber selbst innerhalb ihrer Grenzen ist diese Disziplin sehr hilfreich bei dem Nachweis, daß viele Abschnitte der Bibel historisch genau sind. Man kann nicht genug auf die Bedeutung der Tatsache hinweisen, daß die Bibel ein exaktes historisches Bild wiedergibt.

Das Christentum ist ein historischer Glaube, der behauptet, daß Gott mit vielen mächtigen Handlungen in die Geschichte eingegriffen hat. Obwohl die Wunder, von denen die Schrift berichtet, aufgrund ihrer Natur weder wissenschaftlich nachgeprüft, noch wiederholt werden können, kann man Personen, Orte und Ereignisse historisch untersuchen. Wenn die Verfasser der Bibel in ihrem historischen Bild ungenau wären, so würde dies ernsthaften Zweifel auf ihre Zuverlässigkeit in den Bereichen werfen, die nicht überprüft werden können. Um es anders auszudrücken, wenn die Autoren der Schrift in korrekter Weise von den Dingen berichten, die sich ereignet haben, dann folgt daraus, daß sie nicht für unglaubwürdig erklärt werden können, weil sie außergewöhnliche Dinge erwähnen.

Jesus behauptet, Gott zu sein? Und selbst wenn er diesen Anspruch erhob, warum sollte ich es glauben?

Unter den religiösen Führern, die im Laufe der Geschichte eine große Anhängerschaft gewonnen haben, ist Jesus Christus einzigartig durch die Tatsache, daß er allein behauptete, Gott in menschlicher Gestalt zu sein. Ein verbreitetes Mißverständnis besagt, daß einige oder viele Religionsführer in der Welt ähnliche Ansprüche erhoben, aber das ist einfach nicht der Fall. Buddha hat nicht behauptet, Gott zu sein; Moses hat niemals gesagt, er sei Jahwe; Mohammed identifizierte sich nicht mit Allah und nirgends werden Sie finden, daß Zoroaster behauptete, Ahuramnazda zu sein. Doch Jesus, der Zimmermann aus Nazareth, sagte, wer ihn (Jesus) gesehen habe, der habe den Vater gesehen (Joh. 14,9).

Die Ansprüche Christi sind zahlreich und vielfältig. Er sagte, daß er vor Abraham existiert habe (Joh. 8,58) und daß er dem Vater gleich sei (Joh. 5,17-18). Jesus nahm für sich in Anspruch, Sünden vergeben zu können (Mark. 2,5- 7), was nach der Lehre der Bibel nur Gott tun kann (Jes. 43,25). Das Neue Testament setzt Jesus mit dem Schöpfer des Universums gleich (Joh. 1,3) und mit dem, der alles erhält (Kol. 1,17). Der Apostel Paulus sagt, daß Gott im Fleisch offenbart wurde (1. Tim. 3,16), und der Evangelist Johannes sagt: »Das Wort war Gott« (Joh. 1,1). Das gemeinsame Zeugnis Jesu und der Verfasser des Neuen Testaments besagt, daß er mehr war als ein Mensch; er war Gott. Nicht nur seine Freunde erkannten, daß er behauptete, Gott zu sein, sondern ebenso seine Feinde. Es mag heute unter den Skeptikern, die es ablehnen, die Beweise zu prüfen, Zweifel geben, doch auf Seiten der jüdischen Behörden gab es keinen Zweifel. Als Jesus fragte, warum sie ihn steinigen wollten, antworteten sie: »Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott« (Joh. 10,33). Diese Tatsache unterscheidet Jesus von den anderen religiösen Gestalten. In den großen Religionen der Welt ist die Lehre – nicht der Lehrer – das Wichtigste.

Der Konfuzianismus ist eine Sammlung von Lehren; Konfuzius ist nicht wichtig. Der Islam ist eine Offenbarung Allahs mit Mohammed als Prophet, und der Buddhismus betont die Prinzipien des Buddha und nicht den Buddha selbst. Vor allem trifft es aber für den Hinduismus zu, der keinen historischen Gründer kennt. Das Zentrum des Christentums jedoch ist die Person Jesu Christi. Jesus erhob nicht nur den Anspruch, die Menschen die Wahrheit zu lehren, er behauptete, er sei die Wahrheit (Joh. 14,6). Nicht, was Jesus lehrte, ist der bedeutendste Aspekt des Christentums, sondern wer Jesus war. War er der Sohn Gottes? Ist er der einzige Weg für einen Menschen, zu Gott zu gelangen? Das ist es, was er von sich selbst behauptet hat. Stellen Sie sich vor, noch heute Nacht erschiene der Präsident der Vereinigten Staaten auf allen Bildschirmen und verkündete: »Ich bin Gott der Allmächtige. Ich habe die Macht, Sünden zu vergeben. Ich habe die Vollmacht, von den Toten aufzuerstehen.« Er würde schnell und unauffällig ausgeblendet, weggeführt und durch den Vizepräsidenten ersetzt. Jeder, der es wagen sollte, eine solche Behauptung aufzustellen, müßte entweder verrückt sein oder ein Lügner, außer er wäre Gott. Genauso war es mit Jesus. All dieses und mehr nahm er eindeutig für sich in Anspruch. Wenn er Gott ist, wie er sagt, müssen wir ihm glauben, und wenn er es nicht ist, dann sollten wir nichts mit ihm zu tun haben. Jesus ist entweder der Herr aller oder überhaupt kein Herr.

Ja, Jesus behauptete, Gott zu sein. Warum sollte irgend jemand das glauben? Schließlich, etwas einfach nur zu behaupten, macht es noch nicht wahr. Wo ist der Beweis dafür, daß Jesus Gott ist? Die Bibel bietet verschiedene Gründe, einschließlich der Wunder und erfüllter Prophezeiungen, die uns überzeugen sollen, daß Jesus derjenige ist, der zu sein er behauptet (Joh. 20,30-31). Der wichtigste Grund oder das Zeichen, das nach Jesu eigener Aussage zeigen würde, daß er der Sohn Gottes ist, war seine Auferstehung von den Toten. Als die religiösen Führer von ihm ein Zeichen verlangten, antwortete Jesus: »Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein« (Matth. 12,40).

An einer anderen Stelle sagte er, als er nach einem Zeichen gefragt wurde: »Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten … Er aber meinte den Tempel seines Leibes« (Joh. 2,19-21). Die Macht, von den Toten aufzuerstehen, war das Zeichen, das ihn nicht nur von allen anderen Religionsführern unterscheidet, sondern auch von allen, die jemals gelebt haben. Jeder, der das Christentum widerlegen will, muß die Geschichte der Auferstehung wegerklären. Daher beweist Jesus, nach der Bibel, durch seine Rückkehr von den Toten, daß er der Sohn Gottes ist (Röm. 1,4). Es gibt überwältigende Beweise dafür, daß Jesus aus dem Grab auferstanden ist, und diese Tatsache ist es, die beweist, daß Jesus Gott ist.

Einer meiner Freunde sagte, Jesus habe nie existiert. Wie antworten Sie auf eine solche Frage?

Es gibt heute immer noch viele Leute, die behaupten, Jesus habe niemals existiert, er sei nur eine mythische Gestalt gewesen.

Bertrand Russell drückt es so aus: »Ich möchte sagen, daß es nicht um die historische Frage geht. Historisch ist es sehr zweifelhaft, ob Christus überhaupt jemals existiert hat, und wenn, dann wissen wir nichts über ihn, daher interessiert mich die historische Frage, die eine sehr schwierige ist, nicht. Ich beschäftige mich mit dem Christus, wie er in den Evangelien erscheint« (Why I am not a Christian, S. 11, Anm. 8). Doch diejenigen, die einen solchen Vorwurf machen, sind sicher keine Historiker, sondern zeigen eine überraschende Ignoranz der Tatsachen. Das Neue Testament umfaßt 27 verschiedene Dokumente, die im ersten Jahrhundert nach Christus geschrieben wurden. Diese Schriften enthalten die Geschichte vom Leben Jesu und den Anfängen der christlichen Kirche von ungefähr 4 v.Chr. bis in die neunziger Jahre des ersten Jahrhunderts. Die Tatsachen wurden von Augenzeugen festgehalten, die ein Zeugnis aus erster Hand ablegten für das, was sie gesehen und gehört hatten. »Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefaßt haben, davon verkünden wir: das Wort des Lebens« (1. Joh. 1,1). Darüber hinaus wird die Existenz Jesu von dem jüdischen Historiker Flavius Josephus bezeugt, der im Jahre 37 n.Chr. geboren ist: »Nun gab es zu ungefähr dieser Zeit Jesus, einen weisen Mann, wenn es denn rechtmäßig ist, ihn einen Mann zu nennen, denn er vollbrachte wunderbare Werke – ein Lehrer solcher Männer, die die Wahrheit mit Freude empfangen. Er zog sowohl viele der Juden als auch viele der Heiden an.

Er war (der) Christus; und als Pilatus ihn, auf den Vorschlag unserer führenden Männer hin, zum Kreuz verurteilt hatte, haben ihn die, die ihn liebten, nicht vergessen, denn er erschien ihnen am dritten Tag lebendig, wie die göttlichen Propheten diese und zehntausend andere wunderbare Dinge über ihn vorausgesagt hatten; und der Stamm der Christen, nach ihm so genannt, ist bis heute nicht ausgestorben« (Jüdische Altertümer, XVIII,III). Obwohl dieser Abschnitt bestritten worden ist, wegen seines Hinweises auf Jesus als Christus und auf seine Auferstehung von den Toten, so steht doch die Tatsache seiner Existenz nicht in Frage. Cornelius Tacitus (112 n.Chr.), ein römischer Historiker, der über die Regierungszeit Neros schrieb, erwähnt Jesus Christus und die Anwesenheit von Christen in Rom (Annales; XV,44). Tacitus erwähnt das Christentum an anderer Stelle, in seinen Historiae, in Zusammenhang mit dem Brand des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 n.Chr. Das ist von Sulpicius Severus überliefert worden (Chronik 30,6).

Weitere Hinweise auf Jesus oder seine Anhänger finden sich beispielsweise bei dem römischen Historiker Sueton (120 n.Chr.) in Leben des Claudius, 25.4, und Leben der Caesaren, 26.2, und bei Plinius dem Jüngeren (112 n.Chr.) in seinen Briefen; X.96. Dieses Zeugnis, sowohl von Christen als auch von Nichtchristen, ist mehr als ausreichend, um jede Idee, Jesus habe niemals tatsächlich existiert, zu begraben. Im Licht der Beweise ist es absurd, eine solche Ansicht zu vertreten. Wir wissen mehr über das Leben Jesu als über irgendeine andere Gestalt der Antike. Seine Geburt, sein Leben und sein Tod werden ausführlicher enthüllt als die meisten Personen des Altertums, deren Existenz von den Historikern als erwiesen hingenommen wird. Nachdem er die Beweise für das Leben Christi in zeitgenössischen Quellen außerhalb des Neuen Testaments überprüft hatte, kam Roderic Dunkerley zu dem Schluß: »In keinem dieser unterschiedlichen Zeugnisse für die Tatsächlichkeit Christi, findet sich der geringste Hinweis oder Gedanke, er sei keine reale historische Person gewesen.

Es ist sogar behauptet worden – und ich denke mit Recht – daß die Mythen-Theorien über die Anfänge des Christentums moderne spekulative Hypothesen sind, motiviert durch unvernünftiges Vorurteil und Abneigung. »Es würde niemals jemandem in den Sinn kommen«, sagt Merezhovsky, »zu fragen, ob Jesus gelebt habe, wenn der Geist vor der Frage nicht durch den Wunsch verdunkelt worden wäre, er möge nicht gelebt haben« (Roderic Dunkerley, Beyond the Gospels, D.29,30

Historizität Jesu Christi außerbiblische Quellen

Wie kann Mose das 5. Buch Mose geschrieben haben, wenn es den Bericht über seinen Tod enthält?

Obwohl die orthodoxen Christen und die Juden gleichermaßen behaupten, Mose habe die ersten fünf Bücher des Alten Testaments geschrieben, leugnen manche Leute seine Autorschaft für das fünfte Buch, Deuteronomium. Sie tun dies teilweise mit der Begründung, daß Kapitel 34 den Bericht von Moses Tod enthält. Da niemand einen Bericht über seinen eigenen Tod schreiben kann, argumentieren sie, heißt das nicht, daß das Buch des Deuteronomium nach der Zeit des Mose geschrieben worden sein muß?

Wahrscheinlich würden einige orthodoxe Christen und Juden argumentieren, das gesamte Kapitel 34 sei von Mose geschrieben worden, obwohl das Kapitel möglicherweise prophetisch war.

Als plausiblere Erklärung ist aber anzunehmen, daß es nach Moses Tod von Josua geschrieben wurde. Dadurch wird man nicht gezwungen, den Rest des Deuteronomium einem anderen als Mose zuzuschreiben. Es ist ganz üblich, an das Ende des letzten Werkes eines großen Autors einen Nachruf zu stellen. Angesichts der Tatsache, daß sein ganzes Leben in allen Einzelheiten dargestellt ist, wäre es erstaunlich, wenn der Tod Moses nicht berichtet würde. Der Bericht über den Tod des Mose betrifft in keiner Weise seine Autorschaft für die vorhergehenden 33 Kapitel.

Widerspricht nicht Markus den anderen drei Evangelien hinsichtlich der Leugnung Jesu durch Petrus?

Ein Problem, durch das viele verwirrt worden sind, die die Bibel sorgfältig studiert haben, betrifft die Berichte von der Leugnung Christi durch Simon Petrus. Jesus sagt zu Petrus: »Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen« (Matth. 26,34). Matthäus berichtet von der Erfüllung dieser Voraussage: »Gleich darauf krähte ein Hahn, und Petrus erinnerte sich an das, was Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich« (Matth. 26,74-75).

Das Problem entsteht, wenn wir Markus’ Fassung lesen: »Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Noch heute nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen« (Mark. 14,30). Die Erfüllung lautet, in Hinblick auf Petrus: »Dann ging er in den Vorhof hinaus« (Mark. 14,68) und später in Vers 72: »gleich darauf krähte der Hahn zum zweiten Mal.« Petrus erinnerte sich an das, was Jesus ihm gesagt hatte: »Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er begann zu weinen.« Hat Petrus Jesus verleugnet ehe der Hahn einmal oder zweimal krähte? Lukas und Johannes geben im Wesentlichen denselben Bericht, wie Matthäus und bringen so die Aussage des Markus scheinbar in Widerspruch zu den drei anderen. Dieses Problem ist nicht so unlösbar, wie es vielleicht scheint.

Es ist gut vorstellbar, daß Jesus beide Aussagen machte. Er sagte Petrus, daß er ihn vor dem Krähen des Hahns leugnen werde und diese Leugnung werde geschehen, ehe er zweimal gekräht habe. Was wir also vor uns haben, ist die Tatsache, daß Markus die Geschichte mit mehr Details erzählt. Das erscheint ganz natürlich, da Markus sein Evangelium unter dem Einfluß von Simon Petrus schrieb, und es ist verständlich, wenn dieser der Geschichte weitere Einzelheiten hinzufügte, da er eine der Hauptpersonen war. So berichten also alle vier Evangelien, daß Jesus seine Leugnung durch Petrus voraussagte, wobei Markus weitere Details hinzufügt. Eine mögliche Rekonstruktion wäre die folgende: Jesus sagt Petrus, daß dieser ihn, ehe der Hahn kräht, dreimal verleugnen wird. Petrus widersprach, wie es seine Art war, lautstark der Vorstellung, er würde seinen Herrn verleugnen.

Jesus wiederholt daraufhin seine frühere Voraussage, mit dem weiteren Hinweis, daß Petrus ihn dreimal verleugnen wird, ehe der Hahn zweimal kräht (dies stimmt gut mit dem Bericht des Markus in seinem Evangelium überein). Außerdem wird dem Satz »noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen« (Matth. 26,34) durch Markus nicht widersprochen, wenn er berichtet, daß der Hahn krähte, nachdem Petrus Jesus zum ersten Mal verleugnet hatte. Der Hahnenschrei war das Zeichen für den nahen Morgen, und der Ausdruck, »die Zeit des Hahnenschreis «, ist eine andere Bezeichnung für die Dämmerung. Wenn Jesus von dem zweimaligen Hahnenschrei spricht, sagt er ein Krähen des Hahns mitten in der Nacht voraus, lange vor Tagesanbruch. »Beobachtungen über einen Zeitraum von 12 Jahren in Jerusalem haben bestätigt, daß der Hahn zu drei bestimmten Zeiten kräht, zuerst ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht, ein zweites Mal ungefähr eine Stunde später und ein drittes Mal eine Stunde nach dem zweiten« (William Lane, The Gospel According to Mark, S. 543).

Wenn man alle Tatsachen in Betracht zieht, ist das Problem von der Leugnung des Petrus keineswegs ein krasser Widerspruch, sondern es kann in Übereinstimmung gebracht werden.

Ist die Bibel wissenschaftlich ernst zu nehmen, wenn sie altertümliche Weltbildvorstellungen verwendet, die doch längst überholt sind?1

Vorträge dazu von Roger Liebi:

Teil 1

Teil 2

Die Bibel verwendet keineswegs Weltbilder der damaligen Zeit. Es ist umgekehrt: Die liberale Theologie interpretiert in die biblischen Texte die Vorstellungen des Alten Orients hinein. Mit einem solchen der Bibel unterstellten Weltbild arbeitet A. Läpple, wenn er ihre Entstehung als rein menschliches Wollen ansieht:

„Die Erde dachte man sich als runde, flache Scheibe. Sie nimmt den Mittelpunkt der Schöpfung ein und wird von den unteren Wassern umflossen, der Urflut oder dem Fragen bezüglich Schöpfung und Wissenschaft 55 Urozean … Über die Erdscheibe spannt sich als Überdachung das Firmament, an dem Sonne, Mond und Sterne gleich Lampen angebracht sind. Über dem Firmament befinden sich die ,oberen Wasser‘, die durch Fenster oder Schleusen als Regen auf die Erde strömen können.“ („Die Bibel – heute“, München, S. 42)

Nur wenige Verse der Bibel reichen aus, um solche Voreinstellungen zu entkräften und um zu zeigen, wie wirklichkeitstreu biblische Aussagen waren, bevor die heute nachgewiesene Gestalt der Erde allgemeine Erkenntnis war:

In Hiob 26,7 lesen wir: „Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts“ (Elberfelder Übers.). Die Erde schwimmt weder auf einem Urozean noch ist sie auf eine feste Unterlage gestellt, vielmehr schwebt sie frei in einem sie umgebenden Hochvakuum. Auch über die Erdgestalt äußert sich die Bibel in direkten und indirekten Bezügen, obwohl dies nicht die primäre Mitteilungsabsicht ist: „Er ist es, der da thront über dem Rund (hebr. chug = Kreis oder Kugel) der Erde“ (Jes 40,22; Menge).

Die sphärische Gestalt der Erde kommt auch deutlich zum Ausdruck in den Texten zur Wiederkunft Jesu. Da der Herr plötzlich (Mt 24,27) und für alle Menschen gleichzeitig sichtbar (Offb 1,7) erscheinen wird, ist es bei seinem Kommen für die Menschheit auf der einen Erdhälfte Tag und für die auf der entgegengesetzten Seite Lebenden Nacht. Genau das bringt der Text in Lukas 17,34+36 als Nebeneffekt zum Ausdruck: „In derselben Nacht werden zwei auf einem Bette liegen; einer wird angenommen, der andere wird verworfen werden. Zwei werden auf dem Felde sein; einer wird angenommen, der andere wird verworfen werden.“ Die gleichzeitig auf der Erde gegebene Tag- bzw. Nachtsituation ist durch Feldarbeit bzw. Nachtruhe markiert und hängt Fragen bezüglich Schöpfung und Wissenschaft 56 nur davon ab, an welcher Position der rotierenden Erde man sich dann gerade befindet. Auch Sacharja (Kap. 14,7) bezeugt das Kommen des Herrn nicht im Weltbilddenken seiner Zeit, sondern wirklichkeitsgetreu: „Und wird ein Tag (= Datum) sein, der dem Herrn bekannt ist, weder Tag noch Nacht (= dann sind Tag und Nacht aufgehoben); und um den Abend wird es licht sein.“

Es gibt so viele Religionen. Diese können doch nicht alle falsch sein. Ist es nicht vermessen, wenn das Christentum behauptet, der einzige Weg zum ewigen Leben zu sein?1

Vortrag Werner Gitt, wieso Religionen falsch sind:

Keine Religion rettet, auch nicht die christliche, wenn sie sich als Religion gebärdet. Es gibt nur einen Gott, nämlich den, der Himmel und Erde gemacht hat. Nur die Bibel berichtet von diesem Gott. Nur er kann uns darum verbindlich sagen, was zu unserer Rettung dient. Wäre irgendeine Religion in der Lage, uns vor der ewigen Verlorenheit retten zu können, so hätte Gott uns diese genannt. Der Kreuzestod Jesu wäre dann nicht erforderlich gewesen. Da aber das Opfer von Golgatha erbracht wurde, war es zur Rettung unbedingt nötig. Somit gibt uns das Kreuz Jesu den eindeutigen Hinweis, dass es keine billigere Methode gab, um die Sünde vor dem heiligen Gott zu tilgen. Im Kreuzestod Jesu hat Gott unsere Sünde gerichtet, so dass uns nun allein die persönliche Hinwendung zu Jesus Christus und die Übergabe unseres Lebens an ihn retten.

In allen Religionen muss sich der Mensch durch eigene Anstrengung selbst erlösen; nach dem Evangelium hat Gott alles durch seinen eigenen Sohn getan, und der Mensch nimmt das Heil nur noch im Glauben in Empfang. Darum heißt es in Apostelgeschichte 4,12 auch so ausschließlich: „In keinem andern ist das Heil, ist auch kein anderer Name (außer Jesus) unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.“ Außer Jesus gibt es keine andere Brücke in den Himmel!

Alle Religionen sind nur glitzernde Fata Morganen in der Wüste einer verlorenen Menschheit. Einem Verdurstenden hilft kein Wahnbild einer Wasserquelle. Ebenso bringt die Toleranzidee gegenüber allen Phantasiegebilden den Menschen letztlich zu Tode (Spr 14,12)*. Er braucht frisches Wasser. Die Bibel zeigt mit großer Eindeutigkeit auf die einzige reale Oase, auf die einzige Überlebenschance, auf Jesus Christus:

  • „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Job 14,6)
  • „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1 Kor 3,11)
  • „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1 Joh 5,12)

* Sprüche 14, 12: „Mancher Mensch hält seinen Weg für den richtigen, aber am Ende führt er ihn in den Tod.“

Woran kann ich erkennen, dass das Evangelium keine Religion, sondern göttlichen Ursprungs ist?1

Schon einige markante Unterschiede zwischen den Religionen und dem Evangelium können uns in der Wahrheitsfrage weiterhelfen:

  1. In allen Religionen versucht der Mensch von sich aus Gott zu erreichen, aber kein Sucher kann echt bezeugen: „Ich habe eine persönliche Beziehung zu Gott gefunden, ich habe Frieden im Herzen, meine Schuld ist vergeben, ich habe die Gewissheit des ewigen Lebens.“ Im Evangelium von Jesus Christus wendet sich Gott zu uns. Er überbrückt mit dem Kreuz die Kluft der Sünde und schenkt uns Erlösung. Wer dies annimmt, kann bezeugen: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben … kann uns scheiden von der Liebe Gottes“ (Röm 8, 38-39).
  2. Die prophetischen Ankündigungen des Heilsbringers im AT (z.B. 1 Mo 3,15; 4 Mo 24,17; Jes 11,1-2; Jes 7,14) erfüllen sich wortwörtlich. In keiner Religion gibt es derartige Prophetien mit Ankündigung und Erfüllung.
  3. Gott hat alle Religionen als Götzendienst und Zauberei (1 Kor 6,9-10; Gal 5,19-21; Offb 21,8) verurteilt. Keine der vielen Religionen hat rettenden Charakter (Gal 5,19-21). Würde es eine solche geben, die retten könnte, dann hätte Jesus uns diese empfohlen, und er hätte nicht den bitteren Kreuzestod sterben müssen. Der Sohn Gottes aber ging ans Kreuz, um die einzige Rettungsmöglichkeit zu erwirken. Darum sagte er in Konsequenz: „Geht hinaus in alle Welt und verkündigt es allen Menschen!“
  4. Gott beglaubigte das Opfer Jesu Christi durch seine Auferstehung von den Toten (Röm 4,24-25). Es ist das einzige bleibend leere Grab der Weltgeschichte: „Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier; er ist auferstanden“ (Lk 24,5-6). Alle Religionsgründer sind gestorben und im Tod geblieben. Nur Jesus konnte sagen: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben“ (Joh 14,19).
  5. In allen Religionen versucht der Mensch, sich durch seine Handlungen zu erlösen. Das Evangelium hingegen ist die Tat Gottes (Jes 43,24b; Joh 3,16). Zum Erlösungswerk auf Golgatha kann der Mensch nichts beitragen: Wir sind teuer erkauft (1 Kor 6,20).
  6. Die Religionen gehen von einem falschen Menschenbild aus und zeichnen ebenso ein falsches Gottesbild. Nur die Bibel sagt uns, wer wir sind, und wer Gott ist. Aus uns selbst sind wir nicht in der Lage, uns so zu verändern, dass es Gott gefallen könnte, denn „wir mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten“ (Röm 3,23).
  7. In keiner Religion verlässt Gott den Himmel, um den Menschen zu erretten. In Jesus wurde Gott Mensch: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14).

Jesus Christus ist darum nicht eine Alternative zur Religion. Er ist ihre Absage und Verwerfung. Er ist der einzige Weg nach Hause – zum Vaterhaus Gottes (Joh 14,6).

Zählen meine guten Werke denn gar nicht? Wird Gott mich nicht annehmen, wenn ich ein gutes Leben geführt habe?

In den frühen sechziger Jahren kam ein Song von Frank Wilson and the Cavaliers heraus, mit dem Titel „The Last Kiss“. Der Song handelt von einem Paar, das sich verabredet hat und in einen Autounfall verwickelt wird. Das Mädchen stirbt in den Armen seines Freundes. In Trauer um ihren Tod singt er: „Oh wo, Oh wo kann mein Baby sein?/ Der Herr nahm sie fort von mir./ Sie ging in den Himmel, und ich muß gut sein,/ so daß ich mein Baby sehen kann, wenn ich die Welt verlasse.“ Dieser Song faßt die Haltung vieler Menschen zusammen. Sie denken, wenn sie ein gutes Leben führen und die guten Werke, die sie tun, die schlechten aufwiegen, sie sich den Weg in den Himmel verdienen.

Die Bibel aber erlaubt niemand, seinen Weg in den Himmel zu verdienen. Die Bibel lehrt, daß gute Werke nichts damit zu tun haben, ob jemand in die richtige Beziehung zu Gott tritt. Diese Beziehung ist nichts, was wir verdienen könnten, weil Gott alles für uns getan hat. „… hat er uns gerettet – nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens“ (Tit 3,5). „Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann“ (Eph 2,8-9). „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (Gott) zu gefallen“ (Hebr 11,6). „Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat“ (Joh 6,29). Wenn unsere ewige Erlösung auf Werken beruhen würde und wir sie erfolgreich verdienen könnten, dann wäre Gott unser Schuldner: er wäre uns etwas schuldig (Röm 4,1-3). Die Bibel lehrt, daß Gott keinem Menschen etwas schuldet und unsere eigene Gerechtigkeit wie ein bedecktes Gewand ist (Jes 64,6). Der einfache Grund dafür ist, daß Gott einen vollkommenen Maßstab hat, und wir alle haben gesündigt und erreichen dieses Ziel nicht (Röm 3,23).

Wir vergleichen uns gerne mit anderen und haben das Gefühl, daß wir gar nicht so schlecht sind. Aber Gott vergleicht uns mit Jesus Christus, und ihn können wir bei weitem nicht erreichen, keiner von uns, ohne Ausnahme. Das läßt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen. In Südkalifornien liegt vor der Küste eine Insel namens Catalina, 26 Meilen vom Pier von Newport Beach entfernt. Nehmen wir an, eines Tages stehen drei Männer am Ende der Pier. Einer ist ein Alkoholiker, schmutzig, krank, lebt auf der Straße. Der zweite ist ein durchschnittlicher Amerikaner und der dritte fein, aufrecht, eine Stütze der Gesellschaft. Plötzlich springt der Alkoholiker von der Pier, anderthalb Meter weit ins Wasser. Die anderen beiden rufen: „Was tust du da?“ Der Mann im Wasser ruft zurück: „Ich spring nach Catalina!“ Der zweite Mann, der durchschnittliche Mann auf der Straße, sagt: „Sieh mich an. Ich kann das besser!“ Er springt und landet drei Meter weit draußen, doppelt so weit, wie der Alkoholiker. Der dritte Mann, sehr moralisch, aufrecht, herausragende Persönlichkeit, die er ist, lacht verächtlich über die beiden Männer im Wasser. Er geht fünfzig Meter weit zurück, nimmt Anlauf und landet sechs Meter weit draußen, doppelt so weit wie Mr. Durchschnitt und viermal so weit wie Mr. Alkohol. Die Küstenwacht fischt sie aus dem Wasser und fragt, was sie da tun, worauf sie alle antworten: „Wir springen nach Catalina“, und Mr. Durchschnitt prahlt, daß er Mr. Alkohol geschlagen hat, und Mr. Großartig prahlt, daß es ihm gelungen ist, sie beide zu schlagen. Der Mann von der Küstenwacht kann nur den Kopf schütteln und ausrufen: „Ihr Dummköpfe! Ihr habt euer Ziel immer noch um sechsundzwanzig Meilen verfehlt.“

Obwohl der moderne Mensch glaubt, besser – oder mindestens genauso gut – zu sein, als andere, ist er immer noch weit von dem Ziel entfernt, daß Gott uns gesetzt hat. Es ist für jeden unmöglich, von der Pier nach Catalina zu springen, und es ist für jeden unmöglich, den Himmel durch seine eigenen Taten und ohne Jesus Christus zu erreichen. Wie Jesus es ausdrückt: „Niemand kommt zum Vater außer durch micht“ (Joh 14,6).

Quelle:
Josh McDowell, „Das kann ich nicht glauben – Antworten auf skeptische Fragen“, CLV-Verlag
1 Werner Gitt, „Fragen, die immer wieder gestellt werden“, CLV-Verlag



Wie viele Bibeln gibt es?

Es gibt nur eine Bibel. Es gibt zwar verschiedene Übersetzungen in vielen Sprachen. Der Inhalt der Bibel ist jedoch immer die gleiche Überlieferung. Außer den Verfälschungen wie das der Zeugen Jehovas, die zählen nicht als authentische Bibeln, da Dinge ergänzt, gekürzt und verändert wurden.

Kleingetier mit vier Beinen und Flügen

In der Bibel 3.Mose 11, 21 steht

„Doch das sollt ihr essen von allem, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen: was noch zwei Beine hat, womit es auf Erden hüpft;“

  1. Mose 11, 21-22 (Schlachter 2000):

Nur diese dürft ihr essen von dem geflügelten Kleingetier, das auf vier Füßen geht: die oberhalb ihrer Füße zwei Schenkel haben, mit denen sie über den Erdboden hüpfen können. Von diesen dürft ihr essen: alle Arten der Arbeh-Heuschrecke [e], alle Arten der Solham-Heuschrecke, der Hargol-Heuschrecke und der Hagab-Heuschrecke.

Damit sind nicht irgendwelche Fabelwesen gemeint oder gar Hühner mit vier Beinen, sondern geflügeltes Kleingetier.

Wo findet man dieses Kleingetier?

Ein geflügeltes Tier auf vier Beinen ist die nah Verwandte der Heuschrecken Mantodea (die Gottesanbeterin). Sie selbst zählt zu den Fangschrecken und ist beispielsweise ein Getier mit vier Beinen und Flügel.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Gottesanbeterin